Allgemeine Tipps für die Ansaat von Wildpflanzenmischungen

Ausaatzeitpunkt

Da Wildblumen- und Wildgräserkeimlinge mindestens 3-4 Wochen durchgehend Feuchtigkeit benötigen, um optimal quellen und zur Keimung gelangen zu können, sollte die Ansaat vorzugsweise in der feuchten Jahreszeit, je nach Region, Höhenlage und Witterung erfolgen.

Ansaat: Ende August – Mitte September oder Anfang März – Anfang Mai

Bei schweren, zu Vernässung neigenden Böden sollte die Aussaat Mitte August erfolgen, da dort eine Frühjahrsaussaat oft nicht möglich ist. Achtung: Schnecken lieben die Keimlinge!

Ansaatmenge

Die Aufwandmenge beträgt mischungsabhängig: 1 – 6 g/m². Gewünscht sind 1000 – 2000 Keimlinge je m². Eine Überschreitung der empfohlenen Ansaatstärke führt dazu, dass sich die Keimlinge gegenseitig schwächen und ist unnötig teuer, insbesondere konkurrenzärmere Blütenpflanzen gehen so verloren.

  • 1-2 g/m² bei geringem Gräseranteil (= 10 – 20 kg/ha)
  • 2-4 g/m² für die meisten Mischungen
  • bis zu 6 g/ m² bei erosionsgefährdeten Hängen und großfrüchtigen Arten

Das Saatgut sollte mit einem Füllstoff auf eine Aussaatmenge von 10 g/m² (= 100 kg/ha) gestreckt werden. Dazu eignen sich z.B. geschrotetes Getreide, trockener Sand, Vermiculit oder Sägemehl. Dadurch wird eine gleichmäßige Aussaat der feinen Samen erzielt.

Die Samen müssen unbedingt oberflächlich auf dem Boden abgelegt werden, da sie zur Keimung Licht benötigen!

Bei kleinen Flächen empfiehlt sich eine breitwürfige Ausaat von Hand. Günstige ist es, die Saatmenge vor der Ansaat in Portionen aufzuteilen und jeweils die halbe Menge in Längs- und Querrichtung auszusäen. Bei größeren Flächen empfehlen wir die Maschinenaussaat mit hochgestellten Säscharen (Saatgut möglichst breit und oberflächlich auf den Boden fallen lassen)

Die Samen keinesfalls mechanisch einarbeiten, auch kein Kontakt der Zustreicher oder Scheiben mit dem Boden!

Wichtig ist der Bodenschluss, der am besten durch Anwalzen (Cambridge oder Prismenwalze) nach der Aussaat erreicht wird.

Auf größeren Flächen/steilen Böschungen ist eine Anspritzbegrünung (Hydrosaat) möglich. Dabei wird das Saatgut mit Wasser, ggf. Dünger, Zellulose oder anderen klebenden Zusatzstoffen gemischt und aufgespritzt.

Hilfsmaßnahmen bei ungünstigen Bedingungen/Erosionsschutz:

Mulchen: Bei ungünstigen Standortverhältnissen – Erosionsgefahr, Vogelfraß, Trockenheit, Frost – empfielt sich das Aufbringen einer Mulchschicht nach der Aussaat.
-> Auftrag von 0,3-0,5 kg/m² Heu- oder Strohhäcksel oder 2 kg/m² Grasschnitt

Schnellbegrüner: In erosionsgefährdeten Lagen oder bei Herbstaussaat sollte eine Schnellbegrünungskomponente (Roggentrespe, Senf oder Kresse) beigefügt werden.

Eine Schnellbegrünungskompontente muss jedoch ca. 8-10 Wochen nach der Ansaat abgemäht werden, um der eigentlichen Wiesenmischung nicht Licht und Wasser streitig zu machen.

Was jetzt noch fehlt ist Geduld, denn Wachstum braucht Zeit!

Werden Sie nicht ungeduldig, wenn sich mehrere Wochen nichts auf Ihrer Ansaatfläche regt. Viele Arten benötigen einige Wochen auf feuchtem Boden, bevor sie keimen.

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