Was sind Säume?

Säume sind Lebensadern der Natur, die wir mit vielfältigem Erscheinungsbild und oft unvorhersehbaren Entwicklungen entlang von Kulturflächen, Wäldern, Gewässern, Wegen und auch Felsen, Gebäuden und Mauern finden. Oft sind es die letzten Rückzugsorte für unsere heimischen wilden Tiere und Pflanzen. Aufgrund der großen Standortvielfalt ist insgesamt eine riesige Zahl an Pflanzen am Aufbau der Säume beteiligt, ein einzelner Saumabschnitt kann aber auch aus nur wenigen Arten bestehen. Besonders viele unserer prächtigen Stauden sind typische Saumarten.  Säume sind in der Regel mehr- bis vieljährige Bestände aus ausdauernden Arten, zumeist Kräuter und Gräser, im Abbaustadium auch zunehmend mit Gehölzarten. Säume aus einjährigen Arten finden Sie unter „Ackerwildkräutermischungen“.

Funktion: Säume sind schmale Übergangslebensräume. Sie vermitteln zwischen den Strukturen, zwischen denen sie sich befinden, klassischer Weise z.B. zwischen Wald und Wiese, häufig auch zwischen Acker und Weg oder auch zwischen zwei gleichen Strukturen, wie zwischen zwei Wiesen entlang eines Zaunes. Wegen oft nur gering auftretenden Störungen, sie werden ja in der Regel nicht genutzt, finden sich hier die Lebens- und Vermehrungsräume vieler Tierarten, besonders die der Wirbellosen aber auch von Kleinsäugern und Vögeln. Besonders an nährstoffreichen Standorten haben Säume eine hohe Dynamik, konkurrenzkräftige Arten können innerhalb weniger Jahre zur Vorherrschaft gelangen und Gehölze können in kurzer Zeit die Kräuter überwachsen und sich zu einer Hecke oder einem Baumbestand entwickeln.

Säume als Ansaaten:  Mit Ansaaten kann man Säume in der Natur gezielt entstehen lassen. Durch die Auswahl der Arten, besteht die Chance, sie für besondere Zwecke zu „konfektionieren“. So lassen sie sich z.B. durch die Auswahl von Schmetterlingsblütlern (Leguminosen) oder Pflanzen mit tiefen Röhrenblüten besonders für Tag- und Nachtfalter oder Wildbienen interessant gestalten. Im Bereich des Gartens lassen sich natürlich auch besondere Vorlieben des Besitzers berücksichtigen, z.B. besondere Blütenfarben oder Duftaspekte in der Artenmischung.  Durch die Auswahl von Pflanzen mit stabilen Stängelgerüsten kann ein interessanter Überwinterungslebensraum für Insekten entstehen, großsamige Arten bieten Vögeln ein wichtiges Winterfuttern. Bei allem bleibt aber stets zu beachten, dass eine Steuerung der Entwicklung, anders als bei Wiesen, praktisch nicht möglich ist. Treten unerwünschte Unkräuter auf oder mischen sich neue Arten spontan in den Bestand, müssen wir die Entscheidung der Natur akzeptieren. Sollte sich der Bestand zu weit von unseren Vorstellungen entfernen, kann es nötig sein, einen Saum neu anzulegen. Wegen der noch vorhandenen Samen, Ausläufer und Wurzeln, sollte dies möglichst an einem neuen Platz vorgenommen werden.

Säume können nahezu auf jedem Standort entstehen. Wie bei allen Ansaaten ist die Nährstoff- und Wasserversorgung ein Hauptfaktor für die Saatgutauswahl. Auf tiefgründigen und nährstoffreichen Acker- oder Gartenböden sind in der Regel hochwüchsige und konkurrenzstarke Arten auszuwählen. Das gilt auch dann, wenn der Saum an einer sonnigen Hauswand oder vor einer Trockenmauer angelegt werden soll. Rechnen Sie damit, dass einzelne Arten schon mal 3 Meter Höhe erreichen können. Wenn Sie es etwas dezenter mögen, muss der Standort deutlich „magerer“ sein. Ein Rohboden, z.B. aus einer Baugrube ohne Humus, gerne auch steinig, ist dafür eine günstige Voraussetzung. Auch andere Einschränkungen wie ein hoher Sandanteil oder ein felsiger Untergrund verringern die Wachstumsleistungen. Soll es besonders mager sein, sind ton- und sandreiche Substrate günstig, die nur wenig Nährstoffe anbieten. Dann können Sie auch aus sehr niedrigen Arten, wie Fingerkräutern, Leinkraut oder Mittlerem Klee Saumgesellschaften zusammenstellen.

Neben dem Boden ist natürlich der Licht- und Wärmegenuss für die Pflanzenarten von großer Bedeutung. Je mehr Sonne und Wärme der Standort bietet, umso mehr Auswahl haben Sie für die Zusammenstellung der Mischungen. Umgekehrt kommen für schattige Standorte nur noch wenige reichblühende Arten in Frage, z.B. Nachtviole oder Rotes Leimkraut.

Wenn Sie diese Faktoren berücksichtigt haben, müssen Sie noch abschätzen, ob Ihr Standort eher feucht oder trocken geprägt ist. Entlang von Gewässerufern ist das vergleichsweise einfach, aber schon im Garten kann ein dichter Laub- oder Nadelbaumschirm selbst auf tiefgründigen Böden trockenheitstolerante Arten erfordern. Umgekehrt kann auch auf unauffälligen Ackerböden ein überraschend hoher Grundwasserstand anzutreffen sein oder die Flächen, die Sie besäen möchten, sind im Sommer metertief ausgetrocknet, aber über Winter bis weit ins Frühjahr bis an die Oberfläche wassererfüllt (staunasse Böden).

Für all diese Fälle müssen Sie sich mit Hilfe botanischer Fachleute oder mit Hilfe der Ansaatberater der Saatgutfirmen die richtigen Pflanzen auswählen lassen.

Für unterschiedliche Standorte gibt es verschiedene geeignete Saumtypen.

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